kk kulturbüro dr. raimund kast, konzert- und ausstellungsorganisation

Martin Parr. Retropsektive

11. März – 27. Mai 2018
Stadthaus Ulm, Münsterplatz

Eröffnung: Sonntag, 11. März, 11 Uhr
Einführung: Dr. Elke Ritt, British Council
Projektleitung: Dr. Raimund Kast


Mit einer Retrospektive des britischen Fotografen Martin Parr (* 1952) startet das Stadthaus Ulm in sein Ausstellungsprogramm zum 25-jährigen Bestehen des Meierbaus. Die Ausstellung, die von Martin Parr selbst zusammengestellt wurde, enthält rund 200 seiner bekanntesten Arbeiten. Werke aus folgenden Zyklen sind vertreten: „Last Resort / Bored Couples / Mexico / Scotland / Luxury / Knokke le Zoute / Small world / Think of England / Dance / Autoportraits / Common Sense“.

Martin Parr gilt als einer der bedeutendsten Dokumentarfotografen unserer Zeit. Parr veröffentlichte bis heute über 50 Bücher und realisierte mehr als 80 Ausstellungen. 2014 wurde er – exakt 20 Jahre nach seiner Aufnahme – Präsident von Magnum Photos International, der renommiertesten Fotoagentur der Welt.

Es sind die satten, schrill-bunten Farben seiner Bilder, ihr gnadenlose Realismus, ihre schräg-skurrile Weltsicht, die Martin Parr berühmt gemacht haben. Die liebsten Motive des Briten sind gesellschaftliche Realitäten und ihre Auswüchse. Keiner entlarvt die Ticks der verschiedenen Nationalitäten so gemein wie der inzwischen 65-jährige Parr. Seine Serie „Think of England“ etwa ist ein satirischer Essay über die Identität seines Heimatlandes, wobei das Klischee bei ihm zu einer neuen Sicht auf die Wirklichkeit wird. In „Last Resort“, einer seiner frühesten Serien, porträtiert er das Strandleben auf der Insel, in „Knokke Le Zout“ oder „Luxury“ hält er den Reichen und Schönen dieser Welt gnadenlos den Spiegel vor.

Parr provoziert, indem er die alltäglichen Banalitäten und Klischees unserer Welt in den Mittelpunkt rückt. Und dabei legt er liebevoll den Fokus auf ungeschönte Momente, auf das Hässliche, auf Dinge, die andere als Bildmotiv lieber vermeiden oder retuschieren. Dass er dabei außerhalb Großbritanniens bekannter ist als ein seiner Heimat, sieht er als normal an: „Ich glaube, dass das auch damit zu tun hat, dass in anderen Ländern eine gewisse Schadenfreude darüber herrscht, wie England auf meinen Bildern zu sehen ist.“

Martin Parr, Stadthaus Ulm 11.3.18-27.5.18 S P A C E R
Souvenir – A Photographic Journey. Skegness, England, 1992 (c) Martin Parr / Magnum Photos





outsider art
Atelier Goldstein. Das Beste aus allen Welten

17. Dezember 2017 – 4. März 2018
Stadthaus Ulm, Münsterplatz

Eröffnung: Sonntag, 17. Dezember 2017, 11 Uhr
Grußwort: Rüdiger Böhm, Vorstand des Mariaberg e.V.
Einführung: Christiane Cuticchio, Leiterin / Atelier Goldstein
Projektleitung: Dr. Raimund Kast


outsider art – Atelier Goldstein, Stadthaus Ulm 17.12.17-4.3.18 S P A C E R
Hans-Jörg Georgi, Flugzeuge (Foto Atelier Goldstein)

outsider art – Atelier Goldstein, Stadthaus Ulm 17.12.17-4.3.18 S P A C E R Atelier Goldstein

outsider art – Atelier Goldstein, Stadthaus Ulm 17.12.17-4.3.18 S P A C E R Stefan Häfner: Zukunfsstadt-III (Foto Peter Kîrner)

outsider art – Atelier Goldstein, Stadthaus Ulm 17.12.17-4.3.18 S P A C E R
Roland Kappel: Caterpiller (Foto Ben Wiesenfarth)

Arbeiten von Perihan Arpacilar | Wolfgang Bielaczek | Julius Bockelt | Hans Jörg Georgi | Julia Krause-Harder | Stefan Häfner | Franz von Saalfeld | Christa Sauer | Markus Schmitz | Selbermann | Andreas Skorupa | Juewen Zhang | Birgit Ziegert
und Roland Kappel, Mariaberg, als Gast

Das Atelier Goldstein ist eine Einrichtung der Lebenshilfe Frankfurt am Main e.V. Es gilt als eines der weltweit bedeutendsten Outsider Art Ateliers. Das Atelier Goldstein hat sich zur Aufgabe gemacht, den Beweis zu erbringen, dass bildende Künstler mit Beeinträchtigung in der Lage sind, Kunstwerke von Rang zu schaffen. Gegründet wurde das Atelier von der Bühnen- und Kostümbildnerin Christiane Cuticchio, die es auch heute noch leitet. Das Mitarbeiterteam ist mit Absolventen und Studierenden von Kunsthochschulen besetzt. 2012 erhielt das Atelier Goldstein für seine Arbeit den Binding-Kulturpreis, einen der wichtigsten Kunstpreise Deutschlands. Erstmalig wurde dieser Preis Künstlern mit Behinderungen verliehen „Das Beste aus allen Welten“ stellt Arbeiten von 13 Künstlerinnen und Künstlern aus 17 Jahren Atelier Goldstein vor. Ergänzt wird die Ausstellung durch Baumaschinen-Modelle und Zeichnungen des in der Diakonie-Einrichtung Mariaberg bei Gammertingen auf der Schwäbischen Alb lebenden Künstlers Roland Kappel.





Wildtiere in der Stadt / Urban Wildlife
Fotografien aus Europa und Asien

29. September – 10. Dezember 2017
Stadthaus Ulm, Münsterplatz
Projektleitung: Dr. Raimund Kast und Annette Schellenberg


Wildtiere in der Stadt – Fotografien aus Europa und Asien, Stadthaus Ulm 29.09.17-10.12.17 S P A C E R
Wanderflalke. Foto (c) Florian Moellers S P A C E R

Die gebaute Umwelt der Stadt war noch nie ausschließlich ein Biotop für Menschen. Schon immer haben wir die sogenannten Kulturfolger unfreiwillig im Schlepptau. Relativ neu ist, dass sich inzwischen jagdbares Wild in der Stadt einfindet. Hier weitgehend sicher vor Jägers Flinte durchwühlen Wildschweine Berliner Vorgärten, untergraben Füchse den Sandkasten und besetzen Rehe den Straßenraum. In Berlin sind Wildtiere inzwischen so häufig anzutreffen, dass die Stadt sogar einen eigenen Stadtökologen beschäftigt, der sich um das Zusammenleben von Mensch und Tier kümmert. Und auch in Ulm sind ja immer wieder Wildtiere im Stadtgebiet anzutreffen – erinnert sei nur an die Biber in der Friedrichsau!

Diese auf den ersten Blick paradiesischen Zustände ins Bild gesetzt zeigt eine Fotoausstellung mit Bildern aus japanischen Städten wie Tokyo und Nara, aus Berlin oder aus Amsterdam. Der Fotograf Florian Möllers etwa hat mit seiner Kamera festgehalten, wie ganze Wildschweinrotten in Berlin den Zebrastreifen überqueren oder wie ein Fuchs geduldig an einer Bushaltestelle wartet. Der britische Fotograf Sam Hobson hat eine Bilderserie mit Graureihern erstellt, wie sie im Amsterdamer Stadtbild überall zu finden sind: an den Grachten, an Bushaltestellen, öffentlichen Plätzen und an Mülleimern, über die sie sich auf der Suche nach Essbarem hermachen.

Die Fotografin Yoko Ishii hat die frei in der Stadt umherstolzierenden Rehe im japanischen Nara fotografisch festgehalten: vor Schaufenstern, an den Auslagen vom Gemüsehändlern, unter Betonbrücken – welch ein berührender Anblick, wenn die Tiere frei über den Asphalt schlendern oder ihre Köpfe ins Schaufenster stecken.


Wildtiere in der Stadt – Fotografien aus Europa und Asien, Stadthaus Ulm 29.09.17-10.12.17 S P A C E R
Wildtiere in der Stadt – Fotografien aus Europa und Asien, Stadthaus Ulm 29.09.17-10.12.17 S P A C E R
Aus der Serie „Dam Herons“. Foto (c) Sam Hobson S P A C E R

Wildtiere in der Stadt – Fotografien aus Europa und Asien, Stadthaus Ulm 29.09.17-10.12.17 S P A C E R
Wildtiere in der Stadt – Fotografien aus Europa und Asien, Stadthaus Ulm 29.09.17-10.12.17 S P A C E R
Aus der Serie „Dear Dear“. Foto (c) Yoko Ishii S P A C E R

Wildtiere in der Stadt – Fotografien aus Europa und Asien, Stadthaus Ulm 29.09.17-10.12.17 S P A C E R
Aus der Serie „Tokyo Parrots“. Foto (c) Yoshinori Mizutani



 

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